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Virtuelles Gedenkbuch
Gedenkstätte Moringen

Das Projekt

Die Website gedenkbuch-moringen.de bietet als Virtuelles Gedenkbuch weiterführende Informationen und vor allem die Biogramme, biografische Skizzen zu den Toten.
In den kommenden Monaten wird die Sammlung von Lebensgeschichten weiter wachsen. Mit einer fast vollständigen Verzeichnung der 117 Gräber auf dem Friedhof ist nur ein Anfang gemacht.

Auch die mehr als 70 Namen der bisher nicht erinnerten Verstorbenen sollen hier verzeichnet und mit vertiefenden Biogrammen ausgestattet werden. Schon jetzt wird deutlich: Es gibt noch mehr Opfer der Verfolgung, die hier genannt werden müssen. Darunter die Kriegsgefangenen, die auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Moringen beerdigt liegen. Aber auch die verstorbenen Frauen und Männer aus dem Provinizialwerkhaus sollen hier einen Ort finden. Sie sind die bisher am wenigsten beachtete Gruppe der Verfolgten, galten die als „asozial” abgewerteten Menschen lange nicht als Opfer des Nationalsozialismus. Hier ist weitere Forschung nötig.

Das Projekt ist auf die Unterstützung und Mitarbeit vieler angewiesen.
Wir freuen uns besonders, dass es gelungen ist Schüler*innen und Studierende für die Recherchen und Texte gewinnen zu können.
Wir bedanken uns herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben und in Zukunft dazu beitragen!

In diesem Projekt ging es von Anfang an darum, Biografien und Lebensdaten öffentlich zugänglich zu machen und aufzubereiten, um den Verstorbenen ihre gewaltsam genommenen Lebensgeschichten und damit ihre Identitäten wieder zurückzugeben. Dabei geht es um Respekt, darum, Namen richtig zu schreiben, Stigmatisierung und Diskriminierung aufzudecken. Um ihnen und ihren vielen Herkunftsräumen gerecht zu werden, müssen weitere Sprachen in das Virtuelle Gedenkbuch aufgenommen werden, um Angebote etwa in Ukrainisch, Russisch, Romanesque und Französisch machen zu können.

Inzwischen sind Biogramm-Workshops ein Format in der Gedenkstättenpädagogik geworden. Das Erweitern des Virtuellen Gedenkbuches wird somit in Zukunft ein fester Bestandteil unserer Bildungsarbeit sein, denn: jeder Millimeter an Lebensdaten zählt. Diese Menschen sind, auch hier in Moringen, von einem grausamen, faschistischen Regime auf ihre Arbeitskraft reduziert und zu Nummern gemacht worden. Sie verdienen es alle unter ihrem Namen und mit ihren Geschichten öffentlich erinnert zu werden.

2025 und 2026 wurde das Projekt Ort der Erinnerung von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Klosterkammer Hannover gefördert.

Die Biogramme

Die auf dieser Website veröffemtlichten Biogramme erzählen vom Leben der verstorbenen KZ Häftlinge, Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter*innen und DPs.
Die Texte thematisieren Gewalt und Tod.
Basis für vieles, das wir heute über die Geschichte der Lager in Moringen wissen, sind Dokumente der Täter*innen. Diese haben über die Häftlinge des Jugend-KZ geschrieben und dabei menschenverachtende, ableistische oder rassistische Sprache genutzt. Mit dieser Quellensprache müssen wir umgehen: Auch wenn wir die Begriffe in unserem heutigen Sprachgebrauch nicht reproduzieren wollen, müssen wir sie dennoch historisch kontextualisieren, um nicht diesen Aspekt der Verfolgung unsichtbar zu machen. Wir nennen Begriffe aus der Quellensprache in Anführungszeichen, um deutlich zu machen, dass diese nicht die Worte unserer Autor*innen sind, sondern die systematisch genutzte, abwertende und kategorisierende Sprache der Täter*innen.
Eine Biografie zu erzählen, deren Quellen Täter*innen-Dokumenten sind, ist immer eine Herausforderung: Was ist wirklich passiert und was wurde geschrieben um Gewalt und Zwang zu rechtfertigen oder zu verdecken?
Die Autor*innen bemühen sich, sich mit Einfühlungsvermögen an das, was damals geschehen ist, heranzutasten.

Unsere Autor*innen

Die Autor*innen unseres Virtuellen Gedenkbuchs haben ganz unterschiedliche Verbindungen zur Gedenkstätte Moringen. Neben dem Team aus Verein und Gedenkstätte haben Schüler*innen, Studierende, Historiker*innen und Interessierte aus Moringen, der Region und deutschlandweit mitgeschrieben.
Jede Person hat ihren eigenen Zugang und Stil und hat damit der Lebensgeschichte einer Person einen ganz individuellen Ton gegeben.

Für Fragen oder Anmerkungen steht das Team der Gedenkstätte als Ansprechpartner zur Verfügung.