1922-1942
Biografische Daten
Geboren am 26. März 1922 in Belgern.
Gestorben am 21. Juli 1942 in Moringen.
Georg wurde 20 Jahre alt.
Biogramm
Johann Georg Gurke wurde in Belgern, heute einem Ortsteil der Stadt Weißenberg, im Kreis Bautzen geboren. Er hatte einen älteren Bruder, Max und eine Stiefschwester, Frieda Klotsche.
Der erste Umzug der Familie Gurke war in einem uns unbekannten kleinem Dorf, was er, „Schytol“ nannte. Das Wort kommt aus der sorbischen Sprache und bedeutet sowas wie „Dorf“ oder „Ort“. In Bautzen und der Umgeben ist ein Teil der Bevölkerung sorbisch, vielleicht war also auch Georg sorbischer Herkunft oder hatte über sein Umfeld eine Verbindung dazu.
1927, als er 5 Jahre alt war, zog die Familie erneut um, nach Kohlwesa, was den Beginn seiner achtjährigen Volkshochschulbildung kennzeichnet. Basierend auf einem „Erst Eindrucks Dokument“, einem Täterdokument, von später, war er ein „frecher“ Schüler der zwei mal sitzen geblieben ist.
Ein Jahr später, 1928, verstarb sein Vater Karl, der Maurer gewesen war.
In Kohlwesa blieb Georg nur 3 Jahre, bis er nach Großdehsa im Kreis Löbau zog.
1935 verstarb auch seiner Mutter Selma Herbig, geb. Frenzel, was ihn mit 13 Jahren zur Waisen machte.
Nach dem Tod seiner Eltern wurde der Landwirt Max Lange sein Vormund. Bei ihm arbeitete Georg als landwirtschaftlicher Arbeiter und besuchte die Berufsschule in Hochkirch. Auch seine Schwester kümmerte sich um ihn. Georg lernte einen Gleichaltrigen namens Hermann Eberhard Schöne kennen, beide arbeiteten für Landwirt Lange in Kohlwesa. Zusammen machten sie Pläne aus Deutschland in die Schweiz zu flüchten. Die Gründe für die Flucht waren, dass Georg bei Max Lange schlecht behandelt wurde und Hermann bald als Fußsoldat eingesetzt werden sollte, er aber nur in die Marine gehen wollte.
Um zu flüchten brauchten die beiden Geld. Der erste Plan, das Sparkassenbuch vom Herrn Lange zu stehlen, scheiterte. Daraufhin brachen sie in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 1939 in das Geschäft des Materialwarenladenbesitzer Baumann ein. Während Hermann draußen Wache hielt, brach Georg in das Haus ein und stahl insgesamt 102 RM, was ca. 675 € heutzutage entspricht. Mit dem gestohlenen Geld machten sich die beiden Jugendlichen in Richtung Norberg/Bodensee auf.
Ohne Pass oder Ausweis planten sie die Grenze zu überschreiten und erkundigten sich dafür in der Nähe der direkten Grenze zur Schweiz, Gottmadigen. Dort wurden sie am 27. Oktober 1939 von einem Zollbeamten erwischt und verhaftet.
Mit einem Urteil am 25. Januar 1940 in Löbau wurde Georg Gurke zu drei Monaten Gefängnis wegen gemeinschaftlichem schweren Diebstahls und zwei Wochen Haft wegen des Verstoßes gegen die Paßvorschriften verurteilt. Hermann wurde ebenfalls zu einigen Wochen Haftstrafe verurteilt. Georgs Strafen waren härter, da er schon zuvor vorbestraft gewesen war.
Die dreimonatige Gefägnisstrafe sollte Georg in Hoheneck verbringen. Dort musste er einen Lebenslauf schreiben. Ein Wärter charakterisierte ihn als "rundlicher Typ" mit einer hohen Stimme.
Nach seinem Aufenthalt in der Haftanstalt für Jugendliche wurde er zur "weiteren Erziehung" in das Erziehungs- und Pflegeheim Mittweida transportiert. Die Gründe für die Verlängerung seines Freiheitsentzuges sind bis heute unklar. Wie und warum Georg nach Moringen kam, ist ebenfalls unklar.
Was aber sicher ist: Georgs Tod ist im KZ Moringen am 31. Juli 1942 bescheinigt worden. Er starb um 5.45 Uhr, die angegebene Todesursache war ein Darmkatar. Dies wurde häufig als Todesgrund für die Häftlinge in Moringen genannt. Die inhumanen Lebensumstände des Lagers, der konstante Mangel
an Nahrung und die furchtbaren hygienischen Bedingungen in den Baracken führten zu Krankheit und zum Tod. Wahrscheinlich war das auch der Fall bei Georg. Er ist im jungen Alter von 20 Jahren verstorben.
geschrieben von J. H., 2025
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